Der Vortrag begreift Liminalität als zentrale Bedingung einer kuratorischen Praxis, die Übergangsräume zwischen Ökologie, Identität und Kultur erschließt. Ausgehend von Projekten in Berlin, Busan und Seoul zeigt Keumhwa Kim, wie liminale Räume zu kuratorischen Dispositiven werden, in denen neue Konstellationen von Raum, Körper und Material in produktiven Reibungen sichtbar und erfahrbar werden. Im Zentrum steht die Frage, wie das Kuratorische an diesen Schwellen bestehende Ordnungen verschiebt und neue Möglichkeiten des Wissens und der Begegnung eröffnet.
Keumhwa Kim ist Kuratorin und Kunsthistorikerin. Sie studierte Kunstgeschichte, Museologie und Germanistik in Seoul und Berlin und absolvierte ihren Master of Arts an der Technischen Universität Berlin. Sie arbeitet zwischen Berlin, Busan und Seoul und konzentriert sich auf liminale Ökologien sowie die Beziehungen zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteur*innen. Sie versteht ihre kuratorische Praxis als Labor für hybride Gemeinschaften in Zeiten ökologischer, sozialer und postmigrantischer Transformation. Das Kuratorische begreift sie als methodische Praxis, in der materielle Prozesse, Zeitlichkeiten und kollektive Imaginationen neu verhandelt werden. Ihre interdisziplinären Projekte entstehen an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft – in Institutionen, historischen Räumen und im öffentlichen Raum.
Zu ihren jüngsten Projekten zählen die künstlerische Leitung des Sea Art Festival 2025 (Busan Biennale) mit der Ausstellung Undercurrents: Waves Walking on the Water, die Intervention Nägel von Sonya Schönberger in der St. Matthäus-Kirche sowie die Ausstellungsreihe Speaking to Ancestors (Berlin, 2023–2024). 2023 kuratierte sie Kimsooja – (Un)folding Bottari im Humboldt Forum. 2022 entwickelte sie das Art-Science-Projekt Moss mit ZER01NE / Hyundai Motor Group. Seit 2019 betreut sie zudem das Langzeitprojekt Das Dritte Land in Berlin und Erfurt. Keumhwa Kim ist kuratorische Mentorin im Künstlerhaus Bethanien, Berlin (seit 2026), Vorstandsmitglied von Art4Biodiversity gUG (seit 2024), Forschungsmitglied des Getbol Lab(seit 2023) und erhielt 2021 sowie 2024 den Artistic Research Grant der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Artist talk, 25.3.2026, 12.00 Uhr
