Die Genealogie der Psychedelika ist nach wie vor geprägt von – oder scheinbar für immer verschuldet gegenüber – Mythen der Subversion und Emanzipation. Diese Mythologie der 1960er Jahre steht heute einer kritischen/imaginativen/verkörperten Neubewertung psychedelischer Drogen im Weg; Drogen, die derzeit durch Legalisierung, Kommerzialisierung, therapeutische Anwendungen und Diskurse der Selbstverwirklichung normalisiert werden. Die Rolle der Kunst bei der Herstellung von Relevanz für psychedelische Unruhe oder „Acid Thinking“ könnte darin bestehen, die Bedingungen unserer „ontologischen Schuld“ wiederherzustellen, also das, womit wir unsere Existenz verdanken. Laut dem Anthropologen Roy Wagner ist dies Mythologie: ein Diskurs über das Gegebene.
Lars Bang Larsen ist Kunsthistoriker und Kurator. Er hat Ausstellungen wie Chronoplasticity (Raven Row, 2024), Incerteza Viva (32. Biennale von São Paulo, 2016) und documenta. Politik und Kunst (Deutsches Historisches Museum, 2020–21) kuratiert. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Networks (2015) und Believe Not Every Spirit. The Art of Georgiana Houghton (2026).
Artist talk, 14.1.2026, 13.00 Uhr
