voice - void - noise
Ulla Rauter, 2009
Multimediale Arbeit

Die menschliche Stimme erscheint mir wie ein Zwischenwesen - körperlich und zugleich körperlos, in ihrer Entstehung an den Sprecher gebunden, im Moment ihrer Wahrnehmung losgelöst, Schall im Raum - mediengebunden, prozesshaft und flüchtig. Ich lasse die Stimme eine Form generieren, sodass sie selbst zum Körper wird, sich als objekthafte Spur im Raum manifestiert. Dazu interpretiere ich Frequenz-Spektrogramme meiner Stimme als klangliche Röntgenbilder
einer imaginären dreidimensionalen Struktur. Indem ich als dritte Achse zu Frequenz und Zeit das Volumen heranziehe, treten die stimmhaften Elemente als Vertiefungen in den Raum und die Obertöne werden zu lamellenartigen Ausweitungen. Gleichzeitig wird die Stimme formbar, modellierbar, ihre Feinheiten und Unschärfen können im Modell herausgearbeitet werden, die Lautcharakteristik wird sichtbar. Die entstehenden Objekte sind manifestierte, „begreifbare" Worte. Durch die Kamera und die Rückübersetzung in Klang auf umgekehrtem Weg wird die Stimme wieder hörbar.

faksimile-digital/kainz

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