Sounding Encounter
Martin Rille, 2009
Performative Installation, Tonbandkassetten

Coded Sensation lädt die Oberflächen, die es bespielt, mit Geschichten und Geschichte auf: kodiert die Sitzflächen und das den Körpern anliegende Gewand mit den Daten und Informationen, die Martin Rille auf Kassetten und Tonbändern gesammelt hat. Dort, auf der Oberfläche der Stoffe wird sie mittels eines Tonkopfes lesbar, verzerrt, zu Musik und Geräusch. Es ist eine Art Fremdsprache, die durch die tastenden Finger den Körpern und ihrer Oberfläche entlockt wird und die über die Lautsprecher auf diese wieder zurückschallt. Sodass sich jede Berührung als Hall und Echo jenes Traumes von Kenntlichkeit artikuliert, der vielleicht in allen Oberflächen schlummert.
Schweigsam und versteckt atmen indessen die Körper unter ihrer nun singenden, zweiten Haut, wissen sich beschrieben, und können sich nicht befreien. Und dennoch ist die Utopie einer sich berührenden Welt derart stark, dass sie unendlich vielfältige Erinnerungen weckt und als Gegenentwurf zu der uns umgebenden technisierten, visualisierten Welt besteht: als Chiffre für eine tiefe Neugierde, einander berührend zu erkennen.
Michael Hammerschmid

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