Public Showing Diplom Transmediale Kunst
Rosa Anschütz, Tatjana Borodin, Raphael Haider, Alex Kasses, Lukas Maria Kaufmann, Sebastian Koeck, Leonhard Münch, Leonard Prochazka, Felix Helmut Wagner, Anna Zilahi, 2021
„Hoisted With Our Own Petard“

eine Ausstellung mit Transmedialen Arbeiten 
bei Krinzinger Schottenfeld

Soft Opening 23.6.2021, 18.00 - 21.00

24.6 - 3.7.2021

Mit Arbeiten von:

Rosa Anschütz, Tatjana Borodin, Raphael Haider, Alex Kasses, Lukas Maria Kaufmann, Sebastian Koeck, Leonhard Münch, Leonard Prochazka, Felix Helmut Wagner, Anna Zilahi

"Space was buzzing and the things around me appeared to be laughing at my imagined self-importance. As if they knew that they’ll outlast me. It’s clear to me now, that in a thousand years, we’ll still be chasing beasts and precious earths, and our arrival will herald the demise of thousands, always with good intentions. As we’re trying to create rules that might sufficiently ascribe meaning to the physical world, our space will disappear with us and the resulting void will instantly be occupied by someone else’s."
Auszug aus "Upward, behind the onstreaming it mooned" von Sebastian Koeck

In den Galerieräumen von Krinzinger Schottenfeld versammelt Brigitte Kowanz die diesjährigen Diplomandinnen der Transmedialen Kunst, Universität für angewandte Kunst Wien, zu einer Ausstellung transmedialer Arbeiten.

In ihrer Installation „Du schöne Perle“ thematisiert Rosa Anschütz, dass Musik seit jeher ein Ventil für sie gewesen ist, innere Gespräche mitzuteilen. Ein Songtext und auch ein Gedicht darf sich in kryptische Worte kleiden, es wird auf einer anderen Ebene verstanden. Er hat nicht nur eine Übersetzung oder Richtigkeit. Das Schreiben eines Songtextes findet intuitiv statt. In seiner ersten Fassung ist er sehr direkt, und ich muss überlegen, ob ich diesen Einblick überhaupt mit jemandem teilen möchte. Ein guter Freund von mir spricht in diesem Fall von zwei Räumen von Zuhörern.

Das künstlerisch-wissenschaftliche Projekt „Ferment-Fiktionen“ von Tatjana Andrea Borodin der Ω-3 Fettsäuren setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Einem experimentellen Forschungsessay, den Fermentationen zu seinen Kapiteln und einer gemeinsamen Degustation dieser als Mehr-Gänge-Menü. Das Forschungsexperiment soll mit der Forschungsmethodenpraxis des Fermentierens ökologische, ökonomische und politische Beziehungsgeflechte des Starmoleküls – der Omega-3 Fettsäure – konservieren.

Raphael Haider arbeitet für „DEVIATION–T5/G5_KP“ ortsspezifisch und orientiert sich an den Ausstellungsräumlichkeiten Krinzinger Schottenfeld. Er verwendet Lichtschienen welche für die Entsorgung gedacht waren. Seine Erfahrungen in der Elektrotechnik lassen die Verrenkungen des Materials möglich werden. Haider stellt sich die Frage ob man auch in abweichender Form funktionieren kann. Und wenn dann unter welchen Bedingungen.

Der Titel des Films von Alex Kasses „there is more than that“ zwingt eine genauere Betrachtung auf, doch geht es nicht um Materialität im klassischen Sinne. Die Aufhebung der Vernunft wird zelebriert. Das Sinnliche steht über Allem und wird sich im Laufe der Narration im Film durchsetzen. Es ist die Suche nach einer in Vergessenheit geratenen Utopie, in der Musik, Körper, Tanz und Rituale die zentralen Elemente darstellen.

„Between, between“ von Lukas Maria Kaufmann ist eine zwischen November 2020 und Juni 2021 entstandene Serie aus klein- und großformatigen Aquarellen und Drucken auf gefaltetem Papier. Der sphärische Bildraum in Relation zum Bildträger, nämlich dem vorgesetzten Reliefraster und den dazwischenliegenden Flächen legt die Basis der Serie. Räumliche und psychologische Dimensionen sind synergetisch miteinander verbunden und werden in der  Verschränkung von Arbeitsschritten und Fertigungstechniken sichtbar.

Die Installation „Upward, behind the onstreaming it mooned“ von Sebastian Koeck kombiniert eine Vielzahl von Medien, die von Skulptur, installativen Ready-mades, Drucken und Audioarbeiten reichen. Das Setting ist lose inspiriert vom Zeitalter des Segels, der Ära, in der Segelschiffe die Spitze des technologischen Fortschritts verkörperten und über drei Jahrhunderte lang die Welt beherrschten. 

Der Kurzfilm „süffige Erde :: gebrochener Berg“ von Leonhard Münch verbindet Gespräche im Gebirge mit der Szenerie eines abrutschenden Berges, spürt Konstellationen von Land und Leuten nach, erzählt von Geschichten: von der Reibungsfläche eines durch Technik gestützten Berges und einem Naturereignis, von der Nostalgie einer alpinen Landschaft und denjenigen, die sie ihre Heimat nennen.

Das Verlangen nach individualisierten Rhythmen stellt heute bereits eine oppositionelle Haltung gegen die Normalität dar. Während die Parameter unserer Käfige der stetigen Beschleunigung der Verfahren unterliegen, vertraut Leonard Prochazka in die Unregelmäßigkeiten, die Fragen, das ungeklärte Potenzial, das in den Hinterköpfen schlummert und lässt das in seiner Arbeit „down the rabbit hole“ zu Tage treten. In einem metaphorischen Akt verlautbare ich mein Bedürfnis, den vom kapitalistischen System entwickelten Ideen einer funktionalen Identität den Kampf anzusagen. 

Die Installationsarchitektur der Arbeit „Entstehung und Entwicklung einer künstlerischen Tatsache“ von Felix Helmut Wagner ist als liegende Pyramide gestaltet, die aus einem Anfangspunkt entspringt. Inhaltlich gibt es zwei Hauptaspekte: Zum einen die Sichtbarmachung meines künstlerischen Prozesses, zum anderen die modellhafte Darstellung eines subjektiven Verstehensversuch der Welt die mich umgibt. Inwiefern bin ich oder ist die Welt um mich herum eine Inszenierung und wie könnte der Rückbereich dieser Inszenierung formuliert werden?

Die Video Arbeit „Missa Echologica“ von Anna Zilahi ist ein Chorstück, das auf der Legende vom Echo von Tihany aus dem 19. Jahrhundert basiert. Der Ausgangspunkt für das von den O-Antiphonen inspirierte Responsorien Stück, ist die ökologische Zerstörung, die an den Ufern des Plattensees stattfindet, und die Geschichte von Echos Unterdrückung, die für ihren Akt des Widerstands verhext wurde. Die öko-feministische Hymne wird angestimmt für die Befreiung der Natur und für weibliche Autonomie, wonach sich der Chor gemeinschaftlich auf die Suche begibt. 

Ausstellungsdauer 24.6 - 3.7.2021

Öffnungszeiten: Mi - Fr 15-19.00, Sa 11-14.00

Es gelten die aktuellen COVID Bestimmungen des BMSGPK

Krinzinger Schottenfeld
Schottenfeldgasse 45, 1070 Wien
+43 1 512 81 42
galerie-krinzinger.at

eine Ausstellung der Transmedialen Kunst
Universität für angewandte Kunst Wien
Oskar-Kokoschka-Platz 2, 1010 Wien
transmedialekunst.com

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